LEBEN IN WEST BERLIN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leben in West-Berlin, na, wie klingt denn das? Eingeborenen Berlinern muss man das natürlich nicht sagen, die kennen das aus dem "Eff-Eff". Wir waren eben vom Kriegsende 1945 an bis zum Fall der Mauer "West-Berlin", punkt. Nicht die "besondere politische Einheit Westberlin" oder "Berlin (West)", nee einfach und schlicht West-Berlin; eine Insel im Meer der DDR. Eine Halbstadt. Der andere Teil (auch darüber ein Buch mit dem Titel "Leben in Ost-Berlin") war eben der Osten oder Ostberlin. Für uns hier im Westen jedenfalls.

 

 

 

 

 

Meine Jugend, ich bin ein Kriegskind von 1941, begann zu dieser Zeit. Erinnerungen so ungefähr ab 6 Jahren. Es ging schon langsam aufwärts mit uns, aber dann kam die blöde Blockade. "Ick habe damals oooch anne Einflugschneise uff´n Tempelhofer Damm jestanden und uff ´ne Tafel Schokolade vonne Amis jewartet, aber nie jekricht." Habe ich oft in Interviews gesagt. Jetzt blättere ich noch einmal in diesem Buch, sehe noch einmal die "Gooney Birds" einfliegen, und denke immer: der da auf den Trümmern könnte ja ich gewesen sein. Allerdings: Ein Foto auf Seite 24 der Rubrik RUINEN UND ROSINENBOMBER bewegt mich in ganz besonderer Weise: das Foto zeigt ein abgestürztes Versorgungsflugzeug in Friedenau es gab Tote. Unter ihnen ein junger Oberstleutnant namens Charles-Howard-King aus South-Dakota. Ich wohne in der Straße in Zehlendorf, die seinen Namen trägt. King wurde nur 26 Jahre. Einer von den Soldaten, die unser Überleben in Berlin ermöglichten und selbst mit ihrem Leben bezahlten.

 

 

Und damit ist schon eines gesagt: dieses Buch mit seinen 1000 Bildern weckt in den Berlinern, die diese Jahrzehnte in der geteilten Stadt miterlebt haben, Erinnerungen. Erinnerungen an Zeiten des Aufbruchs - Erinnerungen an die neue Zeit der Blüte.

Dieses Buch dürfte aber auch wegen dieser zahlreichen Fotos gerade für Touristen und alle, die unsere Hauptstadt lieben, interessant sein, können sie doch die großartigen Veränderungen in Berlin nach dem Krieg schwarz auf weiß, viele auch in Farbe, noch einmal miterleben. Sichtbar gemacht hat das Ganze der Publizist Günter Wessel verstärkt durch teilweise unveröffentlichte Bilder der Bildgagentur pa picture alliance.

 

Aufgeteilt ist das Buch in acht große Blöcke; "RUINEN UND ROSINENBOMBER", "SCHAUFENSTER DES WESTENS", "KUNST UND KULTUR", "REDEN UND DEMONSTRIEREN", "BAUEN UND WOHNEN", "SCHULE UND UNIVERSITÄT", "ARBEIT UND FREIZEIT" und "LEBEN MIT DER MAUER".

Jeder Block spiegelt Jahre wieder; Bilder der Jahre 45-50 mit den legendären Berliner Trümmerfrauen und der Rede Ernst Reuters vor dem Reichstag: "Ihr Völker der Welt..."

 

Hier mal wahllos einige Fotos aus dem Buch zum Selbstaufblättern. Es sind nur 17 Fotos von 1000 Fotos; man muss schon selbst dieses Buch zur Hand nehmen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trümmerfrauen vor dem Reichstag
1948 Absturz in Friedenau
1948 Holz anschaffen
1959 RIAS Kabarett "Die Insulaner"
1950 Tauentzien-Gedächtniskirche
1948 Ernst Reuter
1975 Reklame ist alles
Immer noch im Stadtbild Cafe ACHTeck
Rentnertreff Gedächtniskirche
70er Mode aus Berlin
CAFE MÖHRING 70er
Ja, der Kurfürstendamm...
Internationale Filmfestspiele
1959 Sophia Loren und Carlo Ponti
Unser Flughafen Tegel
Die Mauer
Modestadt Berlin

 

DAS BUCH:

"Leben in West-Berlin"

Alltag in Bildern, 1945-1990

ca. 464 Seiten, 24,3 x 33,7 cm

rund 1000 Abbildungen

Hardcover im Schuber

ISBN 978-3-944594-14-9

Preis: 49,95 €

Elsengold Verlag