Ole Jensen

Ole Jensen, bürgerlich Hans Döpke, geboren am 9. Oktober 1924 in Berlin, gestorben am 20. Juli 1977 in Berlin. Ole gehörte zu den großen Berliner Karikaturisten. Man muss ihn in einem Atemzug mit Oskar, Hans Joachim Stenzel, Ane, Will Halle, Horst Möllendorf und Eberhard Wassilowski nennen.

Das eben waren die populären Nachkriegskarikaturisten der 50er und 60er Jahren im alten Westberlin. Sie kannten sich alle untereinander und sie tranken oft genug "miteinander", zum Beispiel in dem berühmten Künstlerlokal "Die Spitze" in der Lietzenburger Str. ziemlich nah am Kurfürstendamm. Berühmt (und berüchtigt) war da Oles "Rosenbowle" - ein Weißbierglas randvoll gefüllt mit Wodka. Obenauf schwamm eine rote Rose. Dann ging dieses Getränk reihum. Jeder trank soviel, wie er meinte...nur: der letzte Trinker musste eine neue "Rosenbowle" bestellen...

 

 

Ole Jensen Jahrgang 1924, Nachkriegskind (1. Weltkrieg) da waren eben einfache Verhältnisse angesagt. Mittelschule ohne Abschluss und dann kam auch schon der 2. Weltkrieg. Jensen diente bei der Marine in Wilhelmshaven. Krieg war nicht sein Ding. Er fügte sich eine schwere Beinverletzung zu um dem aktiven Kriegseinsatz zu entgehen. Die letzten Kriegstage war er im Lazarett; ein Zeichenblock und Stifte immer dabei. Ole studierte Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Ohne Abschluß entwickelte er sein Talent zur Porträtgestaltung.

In Berlin kam er ab 1964 mit seinem "Kopf der Woche" in der Berliner Abendschau bis 1977 auf den Bildschirm und im SFB (Sender Freies Berlin). In der Tricktechnik wurde er quasi zum "Schnellzeichner". Über 250 Karikaturen von prominenten Persönlichkeiten malte er.

Ein Verlag veröffentlichte seine Werke.

Heston
Elvis 2
Fröbe
de Gaulle
Alexander
Day
Adenauer
Rühmann
Taylor
Tiller
Pulver 2
Perkins
Lollo
Loren
Leuwerik
Kennedy
Selassie
Knef
Hope

Einige von über 250 Karikaturen aus der Feder von Ole Jensen - Meisterwerke.

Ole Jensen war nie, wie seine Kollegen Stenzel, Ane oder Oskar bei einer Zeitung angestellt. Aber Ole war einer von den Berliner Künstlern, deren "heitere Bildchen den Humor der 50er und 60er Jahre des geteilen Berlins entscheidend prägten." Sein Freund Hans Joachim Stenzel (-zel), auch "Zelli" genannt, schrieb in einem Vorwort für ein Ole-Jensen-Buch: "Die gelungene Porträtkarikatur ist viel mehr als ein Nachbild der Natur. In ihr zeigt sich die Kunst, Seele und Charakter des Betrofffenen darzustellen, schonungslos und ehrlich."

Diese Ehrlichkeit in den Cartoons verlagerte sich in den siebziger Jahren auf politische und soziale Themen. Unsere handwerklichen "Meister" und unser Ole Jensen kamen aus der Mode...

Eine Einschränkung allerdings: der Berliner GERO Hilliger hat etwas von Ole Jensen übernommen, das Talent... Ole Jensen lebt irgendwo in ihm weiter, oder...?

Die Gesichter des Ole Jensen

 

Danke, gracias, an Rainer Adolpheiro für das Foto mit Bart ©by adolph press

Ole Jensen mit dem "Kopf der Woche"
in der 1. Berliner Abendschau in Farbe.